Donnerstag, Februar 09, 2023

Mehrtagestour nach Obing im Chiemgau vom 22. - 26. Juni 2011

2011altensteiger03Der Dachauer Verein "Radsport und Freizeit forice 89 e.V." ist durch seine erfolgreiche Arbeit im Jugend-Radrennsport bereits über die Grenzen hinaus bekannt. Ebenso wird die Abteilung Breitensport gepflegt. Hier geht es in erster Linie um sportliche Leistungen im Bereich Ausdauer und Erhalt von Kondition und körperlicher Fitness.

Seit Jahren werden deshalb nicht nur Ausfahrten im hiesigen und in benachbarten Landkreisen unternommen, sondern es bestehen auch enge Kontakte mit befreundeten Radsportvereinen im näheren und weiteren Umkreis.

So pflegt der Verein seit Beginn seines Bestehens einen sehr engen Kontakt mit Radsportlern aus Altensteig, einer kleinen malerischen Stadt im Nordschwarzwald.
Dieser Kontakt kam zustande durch unser Vereinsmitglied Frank Großhans, dessen Geburtsort dort liegt. Seit Vereinsbestehen werden sowohl gemeinsame Mehrtagesfahrten mit den Altensteigern Radlern als auch gegenseitige Besuche unternommen.
Vom 22. - 26. Juni 2011 hatte Frank Großhans wiederum eine Radausfahrt in den Chiemgau organisiert.

Am 22.06. trafen wir zum Teil per PKW, zwei unserer Mitglieder auch per pedes im etwa 100 km entfernten Obing ein, wo wir einen vorzüglichen Landgasthof als Unterkunft gebucht hatten.

An Fronleichnam radelten wir mit Ludwig, einem Ortskundigen aus Obing, auf der Nordseite des Chiemsees durch buckliges und offenes Grünland auf Schleichwegen zum Tachinger See, Unterwegs sahen wir die Sturmschäden, welche der gestrige Hagelschauer hier überall angerichtet hatte. Weiter ging es an den berühmten Waginger See, Nach der wohlverdienten Mittagspause fing es leider zu regnen an, so fuhren wir den Rückweg über Traunreut und Altenmarkt im Spritzwasserschatten des Vordermannes bzw. der Vorderfrauen zurück.

Am Freitag erkundigten wir mit Joe, dem Breitensportwart des RSC Traunstein, den nördlichen Landkreis. Ein ständiges bergauf und bergab verlangte schon einiges an Kondition, Hier irgendwo im Chiemgau muss die Ansichtskarte erfunden worden sein: Soviel Idyll auf einem einzigen Fleckchen Erde - das ist selbst im gesegneten Bayern nicht die Regel. Südwärts erhaschten wir dann Ausblicke auf den Chiemsee und in Chieming stärkten wir uns heute sogar im Biergarten, einige verfrorene bekamen aber Decken für die fröstelden Füße. Wiederum auf dem Rückweg holte uns ein Gewitter ein, diesmal überstanden wir die kurze Schauer unter Dach an einem Bauerhof an der Strecke. In Obing schien wieder die Sonne, so trafen wir uns noch im Biergarten bei ein paar Weissbierchen und verabschiedeten uns von Joe, welcher uns vorzüglich durch das wellige Voralpenland lotste.

Samstag früh erkundigten wir auf eigene Faust den Inntal-Radweg, einige unserer Mitstrampler, sogar das Tandemgespann, fuhr eine Sackgasse an den Inn hinunter und umso schwerer wieder hinauf. Aber bald erblickten wir Wasserburg am Inn, Eine sehr gut erhaltene Innenstadt mit besonders reizvollem Straßenbild durchstreiften wir mit dem Rad an der Hand und erspähten im Ortskern die Fassaden alter Patrizierhäuser. Sehenswert war auch das Rathaus, das Kernhaus und die Bruckgasse. Auch trafen wir dort unsere Radwandertruppe und probierten verschiedene Köstlichkeiten der Wasserburger Gastronomie aus.
Zurück ging es flott auf dem Alz - Inn - Radweg, teilweise durch kleine hübsche Bauerndörfer. Bajuwarenland ist Bauernland. Überall wiegt sich goldgelb die Gerste im Wind. Zwischen den Ähren leuchten rot der Mohn und im zarten Blau die Wegwarte, Zeichen für eine Landwirtschaft, in der Feldblumen noch nicht vollständig durch übermäßigen Chemieeinsatz ausgemerzt wurden. Zum Teil auf Kieswegen durch wunderschöne Moorlandschaften erreichten wir Amerang. Ein letzter Anstieg und dann sprinteten wir zurück nach Obing.
Unser Arztehepaar aus Altensteig ließ es sich nicht nehmen, noch eine Zusatzrunde nach Altenmarkt zu radeln. Unsere Radwandertruppe erkundete dort schon am Vortage die Klosterkirche des ehemaligen Augustinerchorherrenstifts Baumburg und sie waren so begeistert davon. 1750 erneuert, gilt es als bedeutendster Bau des Chiemgaus, ein festlicher Innenraum mit reichem Wessobrunner Stuck gibt es zu bewundern.
Die Anstrengungen waren beim gemeinsamen Abendessen schnell vergessen und spät am Abend beglückwünschten wir unserem zweiten Präsidenten zu einem weiteren gesunden Enkelkind und sind noch bis in die Nacht hinein mit unseren Altensteiger Freunden beisammen gesessen.

Wir freuen uns alle bereits wiederum auf die schon zum festen Jahresprogramm gehörende freundschaftliche Begegnung mit unseren Altensteigern im nächsten Jahr vom 06.06. bis 10.06.2012. Voraussichtlich werden wir uns im Raum Augsburg treffen und von dort aus Touren entlang des Lechs, zu der Donau und zu unseren schönen oberbayerischen Seen unternehmen.