Wie die Zeit vergeht.

IMG 6322Ich bin noch einen Rennbericht vom August schuldig. Dem „Race around Austria“ in der Challenge Version. Ein auf 24 Std. ausgelegtes Rennen über 560km rund um Oberösterreich. Für mich sind vor allem die Höhenmeter die Herausforderung.

Ich komme Mittwochs Abend in St. Georgen im Attergau an und schaue auch noch gleich an den Start. Dort fahren noch die letzten Starter der großen Schleife rund um Österreich mit über 2.200km los. Wahnsinn.

Der Morgen erwacht und ich hab noch einiges zu erledigen. Startunterlagen, offizieller Radcheck, Verpflegung herrichten und noch etwas ausruhen. Der Start ist um 15.25 Uhr für mich. Ich stehe am Start auf einer großen Bühne und werde interviewt. Was ich mir vornehme. Ich sage unter 24 Std. wäre mein Ziel. So nun ist es raus. Dann geht es auch gleich los. Die ersten 100km Richtung Braunau sind noch recht eben. Hier will ich etwas Zeit rausholen weil mir das gut liegt und es gelingt auch recht gut. Dann biegt es ab Richtung Engelhartszell an der Donau und es wird schön wellig mit den ersten Anstiegen.
Es geht noch recht gut und rollt immer wieder gut. Es ist dann 20.30 Uhr als ich die Donau in Richtung Mühlviertel überquere. Die Nacht kündigt sich auch an, denn die Sonne geht unter. Ich bin noch voll im Plan. Jetzt geht Sie los die Achterbahnfahrt. Nach dem Anstieg von der Donau gibt es nur ein Auf oder Ab. Aber das wusste ich schon, da ich in dieser Gegend viel in meiner Jugend in den Ferien war. Hätte mir das mal einer vor 30 Jahren erzählt. Es ist eine dunkle aber Sternenklare Nacht und es war so Mega, weil bis Mitternacht in jedem Ort noch Zuschauer waren die so unterstützt haben und es dadurch sehr kurzweilig war. Auch hat es das versorgen mit Wasser erleichtert durch die Zuschauer und den Autos von supporteten Fahrern. Danke dafür weil es sonst wirklich schwierig geworden wäre.

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Die weitere Nacht komme ich gut vorwärts die Grenze zu Tschechien entlang des Böhmerwalds. Gegen 3 Uhr verlasse ich die Grenzregion wieder zur Donau zurück. Diese wird dann wieder so gegen 4 Uhr bei Mauthausen überquert. Als nächstes steht dann der kurze Stopp in Steyr an. Dort konnten wir eine Box deponieren. Ich komme dort um 5 Uhr an. Es sind zwei weitere Fahrer dort. Ich fülle das Essen und Trinken auf und fahre dann  wieder weiter.

Die Sonne wird bald wieder aufgehen. Eine lange 60km Stecke in die Berge liegt vor mir. Es ist zäh. Die Strecke geht an der Enns entlang aber immer wieder mit einem auf und ab. Es ist Gegenwind und auch Nebel kommt dazu so dass die Brille beschlägt. Endlich ist diese Strecke vorbei und es geht in den Hengstpass rein. Zum Glück rollt der ganz gut und komme oben um 9 Uhr an. Ich rechne mal kurz hoch und sehe das Ziel von unter 24 Std. als machbar an. Es rollt erstmal gut weiter aber es kommen wieder ein paar Anstiege. Der letzte Richtung Attersee war dann schon ziemlich hart, weil ich den nicht mehr auf den Schirm hatte. Endlich unten am Attersee sind es nur noch 50km. Die Vorfreude steigt auch mit dem Blick auf die Uhr. Ja es wird definitiv unter 24 Std.

Nach 23:28 Std. überfahre ich die Ziellinie in St. Georgen. Man wird in einen Ruhebereich geleitet. Ich sitze dort 10 min und lasse mir das Rennen durch den Kopf gehen. Das Erlebte und die Anstrengung. Auf dem Radcomputer steht jetzt

557km mit 7.100 Höhenmeter.

Ich werde aufgerufen und von einem Roller auf die Bühne begleitet. Wie ein Gladiator fahre ich durch den Ort auf die Bühne. Mir läuft es eiskalt dem Buckel runter. Ich werde wieder interviewt und ich weiß heute leider nichts mehr was. Der Kopf kann gerade nichts aufnehmen, aber eines weiß ich. Trotz aller Anstrengungen und Schmerzen, es hat sich gelohnt.

Rund um Oberösterreich ✅

Der erste Dank geht diesmal an den Veranstalter @racearoundaustria. Eine Mega Veranstaltung und sehr professionell aufgezogen. Ich habe mich als Athlet sehr wohl gefühlt.

Danke an die Family

Vielen Dank für die Trainingsunterstützung Susanne Buckenlei Susa's World, du weißt ja, ohne Dich würde ich da nicht am Start stehen.

Danke an alle Tainingskollegen und allen die mitgefiebert haben

Und wir (forice 89) sagen "Thomas du bist unkaputtbar"