Die ungeschriebenen Regeln für das Fahren in der Gruppe
Wenn es ab März wieder heißt „Ausfahrt vom untern Markt in Dachau“, hier die 21 wichtigsten ungeschriebenen Regeln für euch zusammengefasst.
Bitte lest euch sie durch, auch die alten Hasen, damit alles wieder ins Gedächtnis gerufen wird.
Vielen Dank
1. Welche Strecke?
Bestimmt vorher eine Strecke und haltet euch daran. Nimmt Rücksicht auf das Niveau aller Mitfahrer.
Vor allem die gewünschte Distanz und die Anzahl der Hügel kann entweder für besonders viel Spaß sorgen oder aber den Spaß verderben.
2. Fahrt zu zweit nebeneinander
Haltet euch an die Verkehrsregeln. Es ist sicherer, zu zweit nebeneinander zu fahren.
Auf den meisten Straßen ist es nicht sinnvoll oder möglich, zu dritt nebeneinander zu fahren, aber auf einem autofreien Weg geht es ab und zu schon.
Fahrt ihr zu dritt nebeneinander? Dann ist es für den restlichen Verkehr schwierig, euch zu überholen.
3. Gegenseitiges Warnen
Es ist sinnvoll, sich gegenseitig zu warnen, wenn die Gruppe sich einem Hindernis nähert. Das ist auf zwei Arten möglich.
Poller oder Schlaglöcher? Warnt euch gegenseitig, selbst wenn ihr nur zu zweit unterwegs seid.
Eine Möglichkeit sind Handsignale. Gebt dann auch an, an welcher Seite das Hindernis ist. Oder ihr ruft, wenn zum Beispiel Gegenverkehr ankommt. Fahrt ihr in einer großen Gruppe? Gebt dann die Signale nach hinten durch, so dass auch die Fahrer hinten gewarnt sind.
4. Nicht ohne Grund scharf bremsen
Es ist gefährlich, scharf zu bremsen, wenn das nicht nötig ist. Eure Mitfahrer haben nur kurz Zeit, um zu reagieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass derjenige hinter euch stürzt, wenn ihr ohne Grund plötzlich bremst, ist ziemlich groß. Und je größer die Gruppe, desto größer die Gefahr, weil sich dann alles zusammenschiebt.
5. Beachtet die Vorfahrt!
Haltet euch an die Verkehrsregeln. Nehmt anderen also nicht die Vorfahrt.
6. Stoppt an Kreuzungen als Gruppe
Überquere nicht als Einziger eine Kreuzung, wenn der Rest der Gruppe wegen anderem Verkehr stoppen muss. Das macht es nämlich schwierig für den Rest der Gruppe. Einige werden noch mit auf die andere Seite wollen und dadurch unnötige Risiken eingehen.
Wenn der erste zu einer Kreuzung kommt bitte überlegen, ob die ganze Gruppe sie überqueren kann. Falls nicht, halte rechtzeitig an und informiere die anderen. So bleibt die Fahrt für alle angenehm.
Andere in der Gruppe werden stoppen, wenn das nötig erscheint, aber müssen dann die Lücke wieder schließen. Halte also einfach an und überquere die Kreuzung mit der ganzen Gruppe.
7. Halte deine Linie
Auch wenn du dich mit deinem Nachbarn unterhältst, achte darauf, dass du in einer geraden Linie fährst. Wenn du Schlenker fährst, muss dein Freund auch ausweichen. Das kann für die Fahrer hinter dir und auch andere Verkehrsteilnehmer gefährlich sein.
Wenn deine Radfreunde kurz nicht aufpassen, besteht das Risiko, gegeneinander zu stoßen. Das kann zu ziemlich gefährlichen Situationen führen.
8. Schau nach vorne
Guck immer nach vorne. Du kannst ab und zu mal kurz die Aussicht genießen, aber die Straße muss dein wichtigster Fokus bleiben.
9. Fahre vorausschauend
Bist du einer der erfahreneren Radfahrer in der Gruppe? Halte dann immer die Umgebung im Blick, um einzuschätzen, was passieren wird. Warne schwächere Mitfahrer zum Beispiel vor Hindernissen. Fahre immer vorausschauend. Du fährst schnell, und ein Hindernis kann man schnell mal übersehen. Es ist auch sinnvoll, rechtzeitig anzugeben, wenn ihr zum Beispiel abbiegen müsst oder zu einer gefährlichen Kreuzung kommt.
10. Halte die Schwächeren aus dem Wind
Kümmere dich immer um die schwächsten Fahrer in der Gruppe. Bist du ein erfahrener und konditionsstarker Rennradfahrer? Fahre dann länger vorne im Wind, so dass deine Freunde im Windschatten fahren können. So hat jeder eine angenehme Fahrt und freut sich über die schöne Gruppenfahrt.
11. Warne andere
Für andere Straßennutzer, die nicht so schnell unterwegs sind wie du, ist es angenehm, wenn du sie warnst, bevor du überholst. Du kannst eine Klingel nutzen oder einfach kurz fragen oder rufen. Gegenverkehr? Warne immer deine Mitfahrer. Leider wirst du dabei manchmal negative Kommentare und Bemerkungen bekommen. Aber solange du das auf eine freundliche und gesittete Art und Weise machst, bist du im Recht.
12. Bleibe immer freundlich
Auch wenn du im Recht bist, sorge dafür, dass du anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber immer freundlich und gesittet begegnest. Unnötig schreien bringt nichts. Werde nicht sauer, wenn andere Verkehrsteilnehmer nicht schnell genug zur Seite gehen.
13. Sei pünktlich
Nichts ist nerviger, als beim Start einer Gruppenfahrt auf jemanden warten zu müssen. Niemand hat Lust, auf jemanden zu warten, der eine Viertelstunde zu spät ist. Sei also auch nicht derjenige, der zu spät kommt.
Nicht nur die Tour de France wartet auf niemanden, auch die meisten Rennradgruppen machen das nicht.
Die meisten Radgruppen fahren übrigens einfach los; wenn du zu spät bist, musst du also alleine fahren oder versuchen, noch anzuschließen. Was natürlich wieder ein gutes Training ist…
14. Nase schnäuzen und spucken darfst du – aber nicht auf deine Mitfahrer
Viele Rennradfahrer spucken schon mal oder schnäuzen sich die Nase. Pass dann auf, dass das nicht aus Versehen auf den Fahrern hinter dir landet! Weiche ein bißchen aus oder lass dich eben zurückfallen, so dass du dich nicht ins Gesicht oder auf die Kleidung deiner Mitfahrer schnäuzt.
15. Fahre mit normalem Tempo
Fahre nicht übertrieben schnell, wenn der Rest der Gruppe das Tempo nicht halten kann. Macht Absprachen über die Geschwindigkeit, und halte dich dann an diese Absprachen.
Schön, wenn du der stärkste Fahrer bist. Aber übertreibe es nicht, sonst bleibst du alleine übrig.
Du brauchst nicht zu beweisen, wie stark du bist. Bei kleinen Anstiegen ist das oft anders und vor allem in ansonsten flachen Gebieten kann es da schon mal ein kleines Rennen geben, aber dann wird oben aufeinander gewartet.
16. Fahr nicht eine halbe Radlänge vor
Fahre nicht unnötigerweise eine halbe Radlänge weiter vorne. Das sorgt dafür, dass das Tempo immer höher wird, da der Fahrer neben dir natürlich gleichauf bleiben möchte. Dadurch können schwächere Fahrer irgendwann nicht mehr mithalten.
17. Wartet nach einem Anstieg aufeinander
Wenn du bei einem Anstieg früher oben bist als deine Kumpel, warte dann, bis jeder oben ist. Also wirklich warten, und nicht schon losfahren, wenn der letzte in Sicht kommt.
Wenn man zuerst oben ist, hat man noch Zeit, die Aussicht zu genießen.
Es kann schließlich sein, dass derjenige auch noch kurz verschnaufen will. Wenn du nicht warten möchtest, fahre dann wieder nach unten und noch ein zweites Mal hoch. Aber setz dich dabei nicht ungefragt direkt vor andere, denn dann fährst du sie vielleicht kaputt, wenn dein Tempo gerade eben zu hoch für sie ist.
18. Beschleunige nicht in oder direkt nach einer Kurve
Der eine nimmt eine Kurve schneller als der andere. Nimm also Rücksicht auf andere! Beschleunige auch nicht direkt nach der Kurve, denn dann machst du es deinen Mitfahrern unnötig schwer. Fahr nicht übertrieben schnell durch Kurven und beschleunige auch nicht unmittelbar dahinter.
17. Gib mit Handzeichen an, wenn du aus dem Wind willst
Gib deutlich an, wenn du nicht mehr vorne im Wind fahren möchtest. Das kann mit Handzeichen oder einem Wink mit dem Ellbogen. Gehe auch weit genug zur Seite, so dass der Rest dich möglichst einfach überholen kann. Achte darauf, dass du hierzu einen geeigneten Moment wählst. Versuche nicht, unmittelbar vor einer Kurve oder einem Hindernis zu tauschen. Fahre stattdessen dann noch ein kleines Stückchen weiter, bis du zu einer sicheren Stelle kommst.
18. Hände immer am Lenker
Deine Hände müssen jederzeit am Lenker sein. Dann kannst du zumindest rechtzeitig bremsen oder ausweichen, falls das nötig ist. Das kann viel Elend vermeiden. Die einzige Ausnahme ist das Jubeln bei einem Etappensieg. Für ein gutes Foto dürfen die Hände ausnahmsweise mal vom Lenker…
19. Kündige Wiegetritt an
Wenn sie die Beine strecken wollen, wechseln viele Rennradfahrer kurz in den Wiegetritt. Wenn du das tun möchtest, warne deine Mitfahrer vor oder fahre zur Seite. Achte darauf, dass niemand direkt hinter dir fährt. Wiegetritt? Fahr zur Seite! (Hand and den Rücken und kurz winken) wenn du in den Wiegetritt gehen willst, schiebt sich dein Rad nämlich nach hinten, so dass dein Hintermann eventuell auffährt, wenn er nicht aufpasst.
20. Kaffee und Kuchen
Zeit für eine Pause ist immer. Kaffee und Kuchen sind eine gute Abwechslung von Sportriegeln und Iso-Getränken. Pausieren gibt dir auch die Gelegenheit, dich mit allen zu unterhalten.
Auf dem Weg zum nächsten Café? Dann kannst du auch direkt mit deinem neuen oder neu zu kaufendem Material angeben…
21. Zusammen losfahren, zusammen ankommen
Die vielleicht wichtigste von allen Regeln. Ihr fahrt als Gruppe los, also kommt ihr auch als Gruppe wieder an. Wenn einer deiner Freunde eine Panne hat, warte also. Das ist nicht nur netter, sondern so wisst ihr auch, dass jeder wieder sicher zuhause ankommt.
Mit freundlichen Grüßen
Frank Eismann
1.Vorstand
forice 89 Dachau
0171/9513806
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