Samstag, Februar 24, 2024

Die Spannung nahm in den letzten Wochen stetig zu. Wie viele Trainingskilometer schaffen wir trotz des schlechten Wetters und wann wird’s endlich Sommer?! Bereits im Winter hatten wir uns hochmotiviert zum Dreiländergiro angemeldet und viel zu schnell kam der Giro auf uns zu! Trotz 34° Sommer-Feeling die Woche davor, waren die Wetterprognosen eher durchwachsen und die Trainingskilometer immer noch zu wenig was leider zu Ausfällen führte.

Am 22.6 machten sich dann nur 5 mehr oder weniger motivierte "foricler" und eine zukünftige "foriclerin" (wird nach erfolgreichen Werbeattacken "Danke Mario!" unser 200stes Mitglied) auf den Weg nach Nauders. Erst die Startunterlagen, dann Carbo-Loading und gegenseitiges Motivieren in einer Pizzeria.

Dann ist es so weit: Sonntag 4:30 Uhr, der Wecker klingelt: der Himmel leicht bewölkt, die Temperatur angenehm -einem erfolgreichen Marathon steht nichts im Weg. Es gibt keine Ausreden! So treffen sich Franz Edhofer, Mario Gammicchia, Tom Agel, Stefan Obesser, Sabine Seibel und die "zukünftige" Simone Koch in der Startaufstellung für die Strecke A: 168km, 3300 hm. Die Teilnehmerzahl war im Gegensatz zum letzten Jahr auf 1000 Radler auf der Strecke A geschrumpft. Die Radler der Strecke B (dieses Jahr auch incl. Stilfserjoch) starteten erst zwei Stunden später.

6.30Uhr Startschuss: Wir machen uns auf den Weg - jeder kämpft für sich – denn drei Riesen warten auf uns: Stilfserjoch, Ofenpass und Norbertshöhe. Bei besten Wetterverhältnissen – unerwartet – kurbeln sich alle im Sonnenschein das Stilfserjoch (48 Kehren – insgesamt ca. 1900hm) nach oben. Die Abfahrt am Umbrailpass, mit Naturstraße meistern wir alle ohne Sturz oder Panne! Dann der zähe, lange Aufstieg, durch traumhafte Wiesen und Kiefernwälder zum Ofenpass und die rasante Abfahrt als Entschädigung. Ein kleiner Gegenanstieg, den viele schon vergessen (verdrängt?) hatten und die ca. 50 km lange Fahrt durch das Engadin im schweizerischen Kanton Graubünden. Hier empfing uns stürmischer Gegenwind und Glück hatten die, die eine gute Gruppe gefunden hatten. Die anderen kämpften allein oder zu zweit gegen den kräftezehrenden Wind, bevor der letzte Anstieg: die Norbertshöhe im Weg stand.
Das berühmte Cola an der letzten Verpflegungsstation und dann warten die letzten 11 Kehren mit moderatem Anstieg, nur noch 400hm auf uns. Jeder Tritt bringt uns dem Ende ein Stückchen näher und oben angekommen – haben wir das Ziel fast erreicht! Ein letztes bergab rollen und geschafft – die Freude ist riesig!

Wir alle haben das Ziel sturzfrei und glücklich erreicht! Stefan und Tom waren die Ersten und alle anderen wurden mit großem Jubel und einem alkoholfreien Bier begrüßt. Wir konnten die Ankunft im Ziel bei Sonnenschein genießen und waren als der Regen einsetzte bereits auf dem Weg nach Hause (auf dem Stilfserjoch hat es übrigens am 23.6 noch geschneit!). Mittlerweile haben wir auch die einseitige Verpflegung (Bananen, Balisto, Waffeln und nicht zu vergessen der trockene Toast mit einer Scheibe Käse) auch vergessen und einige bereiten sich schon wieder auf das nächste Event vor. Denn nach dem Marathon ist vor dem Marathon!